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Steven Pinkers “Enlightenment Now"

Aktualisiert: 19. März 2018

Alle Non-milliardäre Leser müssen sich noch bis Ende Februar auf das neue Buch des Harvard-Psychologen Steven Pinker warten. Microsoft-Gründer Bill Gates hat "Enlightenment Now" bereits gelesen und direkt zu seinem neuen Lieblingsbuch erklärt. Das allein ist Grund für uns, einen genaueren Blick auf das Buch zu werfen.


Es ist nicht das erste Mal, dass der Milliardär von Pinker schwärmt: Wie der Microsoft-Gründer in seinem Blog schreibt, habe er dessen Werk "The Better Angels of Our Nature" (deutsche Version: "Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit") jahrelang für das beste Buch gehalten, das er jemals gelesen habe. In diesem Werk hat der kanadische Psychologe die These vertreten, dass die Menschheit aktuell in der friedlichsten Phase ihrer Geschichte lebe.

Gates sagt, er habe „nie eine klarere Erklärung von Fortschritt" gelesen.

Doch Pinkers neues Buch "Enlightenment Now" sei noch besser. Das neue Werk soll die Argumentation des letzten Buches fortführen, die Diskussion der Gewalt allerdings mit fünfzehn anderen Indikatoren von Fortschritt, etwa mit Lebensqualität, Wissen oder Sicherheit, verknüpfen. Das Resultat: Es ist „wie Better Angels auf Steroiden“.

“Steven’s new book tells us we’re living longer, with greater wealth, peace and equality, and less racism and sexism. It’s so counterintuitive to the feeling in the air. What’s the value in correcting that? Will it change behavior?”, so Gates.

Besonders plakativ seien die Fakten, die Pinker für seine Argumentation heranziehe: 2014 habe ein US-Bürger anderthalb Stunden pro Woche für das Waschen seiner Wäsche aufbringen müssen. 1920 seien es noch elfeinhalb Stunden gewesen. Das möge zunächst trivial erscheinen - der Aufstieg der Waschmaschine spare allerdings fast einen halben Tag pro Woche ein, der für andere Aktivitäten genutzt werden kann, so beispielsweise „für das Binge-Watching von Fernsehserien bis hin zum Gründen eines Unternehmens".


Insgesamt stimme er größtenteils mit dem Autoren überein, schreibt Gates weiter, wenngleich Pinker etwas optimistisch sei, was Anwendungen künstlicher Intelligenz angehe. Der Autor übergehe die Frage, wer die Roboter am Ende kontrolliere - ein Thema, das auch Milliardärs-Kollege Elon Musk umtreibt. Trotz solcher Unstimmigkeiten im Detail ist Gates „froh, dass wir brilliante Denker wie Steven Pinker haben, die uns helfen, das große Ganze zu sehen."

"You can say the same fact two ways. Extreme global poverty has been reduced from 90 percent 200 years ago to 10 percent today. That’s great! Or you can say: More than 700 million people in the world live in extreme poverty today. They’re the same fact, and you have to be able to describe them to yourself both ways", so Pinker.

Ein interessantes "Table for Three" Gespräch, das die New York Times mit den beiden geführt hat, könnt Ihr hier nachlesen: Quelle Inhalt New York Times: Link


Und für alle Ungeduldigen unter Euch: Bill Gates bietet auf seiner Website ein Probekapitel zum Download an:

Quelle Inhalt gatesnotes: Link


Wir sind jedenfalls gespannt und lesen schon mal rein! ]


Quelle Bilder: istockphoto

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